
Unmittelbar an der Hauptstraße befindet sich die Kirche St.Petri - erbaut im Jahre 1749. Im Innern der Kirche sieht man die 1752 vom Orgelschöpfer Johann Valentin Nößler geschaffene Orgel.
Zella, 1752 18 Register
2 Manuale, mechanische Schleiflade
mechanische Traktur, elektrisches Gebläse
4
übereinander liegende Keilbälge, restauriert
Tonumfang: C-c3,
C-c1
Orgelmaße: Höhe 5,50 m, Breite: 2,30 m, Tiefe: 2,30 m
Zustand: beschränkt spielbar
Disposition
(die Beschriftung
ist in Versalien)
Hauptwerk: Bordun 16 Fuß, Principal 8 Fuß, Grobgedackt 8 Fuß,
Hohlfloete 8 Fuß, Octave 4 Fuß, Kleingedackt 4 Fuß,
Quinte
3 Fuß,
Octave 2 Fuß, Mixtur 5 f.
Unterwerk: Liebl. Gedackt 8 Fuß, Quintatoen 8 Fuß, Viola di Gamba
8 Fuß, Principal 4 Fuß, Octave 2 Fuß
Pedal: Subbaß 16 Fuß, Violonbaß 16 Fuß, Octavenbaß 8 Fuß,
Floetenbaß 8 Fuß
Spielhilfen: Manualkoppel, Pedalkoppel, Kalcandenruf
Anschauen sollte man sich auch die 4 Deckengemälde welche einer dringenden
Restaurierung bedürfen. Die Bilder werden durch anklicken vergrößert
dargestellt.
   

Am
06.09.2002 wurde die Kugel der Kirche wegen der Restaurierungsarbeiten vom Turm
unserer Kirche geholt was zuletzt im Mai 1965 geschah. In der darin liegenden
Hülse befanden sich alte Münzen, Zeitungen, Einwohnerlisten und andere
Schriftstücke. Hier anschließend gebe ich den Inhalt der alten und der neuen
Hülse wieder. Angaben ohne Gewähr !
Verzeichnis der alten
Turmknopfeinlage
geöffnet am 06.09.2002 in Anwesenheit
von:
-
Herr Rühl, Ortsbürgermeister
-
Herr Pfannstiel, Stadtverwaltung
Bad Langensalza
-
Herr Spantig, Pfarrer
-
Frau Körner, Ingenieurbüro
-
Interessierten Bürgern von Aschara
Inhalt
Erste Einlage vom 27.Mai 1751
-
Original Gründungsurkunde vom
27.Mai 1751 / 1 Seite A3
-
Beschreibung der Entwicklung von
Herrn Pfarrer Härter
-
Einwohnerverzeichnis, 218 Seelen
-
eine Gedenkmünze ca. 25 mm
-
eine Gedenkmünze ca. 15 mm von 1717
Gold
Zweite Einlage vom 25.November 1832
Dritte Einlage vom 14.August 1898
-
Die Entwicklung von Herrn Pfarrer
Sorge
-
Einwohnerverzeichnis, 384 Einwohner
-
Gedenkblätter des Herzogs von Gotha
vom 31.Januar 1894
-
Regierungsblatt / Gothaische
Zeitung Samstag, 06.August 1898
-
Tägliche Rundschau, Berlin
Dienstag, 02.August 1898
-
ein 5 Mark Stück 1895
-
ein 1 Mark Stück 1874
-
ein 10 Pfennig Stück 1898
-
ein 5 Pfennig Stück 1888
-
ein 2 Pfennig Stück 1878
-
ein 1 Pfennig Stück 1898
Vierte Einlage vom 23.April 1965
-
Beschreibung der Entwicklung von
1898 bis 1965 vom Schulleiter Erwin Wollenhaupt, 11 Blätter
-
Beschreibung der kirchlichen
Entwicklung von Herrn Pfarrer Bremer, 3 Blätter
-
Einwohnerverzeichnis, 586 Einwohner
-
Anlage Eheschließungen, Geburten,
Sterbefälle, 5 Seiten
-
Thüringer Tageblatt vom 08.05.1965
-
eine Reichsbanknote 100 000 Mark
vom 01.September 1923
-
eine Reichsbanknote zehn Millionen
vom 01.Oktober 1923
-
eine Reichsbanknote einhundert
Millionen vom 01.Oktober 1923
-
ein 2 Mark Stück von 1957
-
ein 1 Mark Stück von 195?
-
ein 50 Pfennig Stück von 1956
-
zwei 10 Pfennig Stücke von 1952 und
1963
-
zwei 5 Pfennig Stücke von
1950 und 1952
-
zwei 1 Pfennig Stücke von
1949 und 19??
Die fünfte Einlage wird in einer
zweiten Hülse mit folgenden Inhalt am 22.November 2002 eingebracht
-
Beschreibung der Entwicklung von
1965 bis 2002 vom Ortsbürgermeister Herrn Rühl
-
Beschreibung der kirchlichen
Entwicklung von Herrn Pfarrer Spantig
-
Informationen über die Stadt Bad
Langensalza
-
Blatt mit den Namen der beteiligten
Firmen und der Kostenrahmen der Sanierung
-
Einwohnerverzeichnis, aus
Datenschutzgründen ohne Geburtsdatum
-
Ergänzung zum Einwohnerverzeichnis
von 1965
-
Auflistung der örtlichen
Gewerbegebiete
-
Auflistung der örtlichen
Baumaßnahmen seit 1965
-
Thüringer Allgemeine vom
22.November 2002
-
ein 1 DM Stück von 1981
-
ein Satz €-Münzen, bestehend aus
-
ein 1 Cent Stück von 2002
-
ein 2 Cent Stück von 2002
-
ein 5 Cent Stück von 2002
-
ein 10 Cent Stück von 2002
-
ein 20 Cent Stück von 2002
-
ein 50 Cent Stück von 2002
-
ein 1 Euro Stück von 2002
-
ein 2 Euro Stück von 2002
Einlage in den Turmknopf zur Renovierung im
Jahre 1965 von Herrn Wollenhaupt
Es sind 67 Jahre vorüber, seit dem der Turmknopf
renoviert wurde. Was hat sich in diesen Jahren ereinet?
Voller Neugier verfolgten die Ascharaer die Abnahme
der Wetterfahne und des Turmknopfes am 21. April 1965. Im Knopf fanden wir ein
kupfernes Kastchen, in dem sich Protokolle und Aufzeichnungen aus den Jahren
1751, 1832 und 1898 sowie Münzen und Medaillen befanden.
Wir wollen durch einige Aufzeichnungen den späteren
Generationen berichten, was sich seit 1898 zugetragen hat.
Der Kirchturm hat eine Reparatur dringend nötig. Er
wurde neu mit Schiefer bedeckt. Die Wetterfahne ist neu angefertigt worden.
Die Urkunden werden in einer neuen, runden Kassette in den Knopf gegeben. Die
Dachdeckerarbeiten führte die Firma Oskar Döll aus Bad Tennstedt aus. Firma
Döll gehört zur Dachdeckerproduktionsgenossenschaft. Der Knopf wurde in Bad
Langensalza vergoldet. Die Wetterfahne wurde in der Schlosserei Artes in
Aschara angefertigt.
Es werden zwei Einlagen beigegeben. Diese wurde vom
Schulleiter Erwin Wollenhaupt zusammengestellt. Die zweite fertigte Pfarrer
Brehmer an. In einer Einwohnerversammlung berieten etwa 90 Einwohner den
Inhalt der Einlagen (am 30. April 1965).
Das politische Geschehen war sehr abwechselnd.
Besonders die beiden Weltkriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 müssen erwähnt
werden.
Der I. Weltkrieg 1914 bis 1918 rief viele junge
Männer des Ortes zu den Waffen. Unsagbares Leid brachte der Tod von 16 unter
Waffen stehenden Männern.
Die Nachkriegszeit brachte für viele Menschen in
Deutschland die Arbeitslosigkeit. Die entstandene Wirtschaftskrise wirkte sich
durch die Inflation auch sehr stark unter der breiten Bevölkerungsmasse aus.
Das Volk verarmte und litt Hunger. Das Geld wurde innerhalb kürzester Frist
ungültig. Teilweise war Geld schon wieder verfallen, bevor ein Arbeiter es in
Warengüter umsetzen konnte. Die Preise stiegen unaufhörlich. Für Geldscheine.
wie sie beigelegt sind, konnte man höchstens den Unterhalt für den Tag
beschaffen. Die Gemeindeverwaltung rechnete im Oktober 1925 mit 14stelligen
Zahlen.
1930 brachten nationalsozialistische Kräfte ihren
Führer Hitler an die Macht. Sein Ausspruch: "Gebt mir einige Jahre Zeit und
ihr werdet Deutschland nicht wieder erkennen!" traf voll zu, denn 1939 stürzte
er Deutschland in den II. Weltkrieg. Dieser Krieg war der furchtbarste Krieg
aller Zeiten. Er forderte über 6 Millionen Tote. Aus Aschara starben 44 Männer
auf den Schlachtfeldern des Krieges. Am 8. Mai 1945 endete dieser Krieg mit
der Niederlage des deutschen Faschismus. Für das deutsche Volk war der 8. Mai
1945 der Tag der Befreiung. Am 8. Mai 1965 gedachten wir anlässlich des 20.
Jahrestages der Opfer des Krieges und der festen Freundschaft zur Sowjetunion.
Hundert von Einwohnern verfolgten im Fernsehen die große Armeeparade in
Berlin.
Nach 1945 wurde Deutschland in vier Besatzungszonen
von den Amerikanern, Engländern, Franzosen und der Sowjetunion regiert.
Aschara gehörte zur sowjetischen Besatzungszone.
Reformen, die nach dem Krieg in der sowjetischen
Besatzungszone durchgeführt wurden, gaben die Grundlage für den Aufbau eines
sozialistischen Landes. Es wurden die Bodenreform, die Industriereform, die
Währungsreform und die Schulreform durchgeführt.
Die Leizung der Gemeinde wurde in die Hände des
Gemeindrates und der Gemeindevertretung gelegt. Der Bürgermeister hat den
Vorsitz des Rates.
Am 7. Oktober 1949 wurde die Deutsche Demokratische
Republik (DDR) gegründet.
Die Verwaltung des Ortes
Seit 1898 waren in Aschara folgende Bürgermeister
im Amt:
-
Heinrich Geelhaar
-
Gotthold Möller
-
Otto Schenk
-
Bertolt Rechtenbach
-
Udo Ludwig
-
Kurt Kroneberg
-
Alfred Mäder
-
Edmund Steuckert
-
Hugo Grimm
-
Max Krebs
-
Max Schirrmeister
-
Klaus Iwan
-
Werner Reichardt, seit 1964 Bürgermeister, ist aus
Burgtonna
Gemeinderechnungsführer war 1921 bis 1947 Edmund
Ritter. Er versah das Amt sorgfältig und korrekt. Deshalb konnte er auch in
den verschiedenen politischen Systemen bestehen.
Die Gemeindvertretung setzt sich aus 18 Männern und
Frauen zusammen. Von diesen bilden den Gemeindrat:
-
Werner Reichardt
- Bürgermeister
-
Kurt Galster
- Ortspolizist
-
Gustac Linke
- Arbeiter
-
Helmut Heß
- Angestellter
-
Joachim Werner
- Genossenschaftsbauer
Politische Parteien und Massenorganisationen gibt
es in Aschara:
SED -
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
DBD -
Demokratische Bauernpartei Deutschlands
DFD -
Demokratischer Frauenbund Deutschlands
FDJ -
Freie Deutsche Jugend
JP
- Junge Pioniere
NF -
Nationale Front
DTSB -
Deutscher Turn- und Sportbund (Fußballmannschaft "Traktor Aschara")
Die Einwohner
Zur Volks- und Berufszählung am 31.12.1964 lebten
in Aschara 578 Einwohner, davon waren 282 Männer und 296 Frauen.
Im April 1965 lebten in Aschara585 Menschen.
Näheres ist aus der beigelegten Einwohnerliste zu ersehen. Seit 1898 wurden in
Aschara 584 Kinder geboren. Es starben 402 Einwohner. 253 Paare schlossen die
Ehe. Die Liste des Standesamtes liegt bei.
In den letzten 20 Jahren siedelten einige Familien
nach Westdeutschland über. Nach dem II. Weltkrieg nahm der Ort Bürger aus
Ostpreußen und Schlesien auf, die während des Krieges ihre Heimat verlassen
mussten (Umsiedler).
Die Landwirtschaft
Die Landwirtschaft bildet den Schwerpunkt der
Wirtschaft des Ortes.
1928
wurden bei einer Viehzählung 104 Pferde, 375 Stück
Rindvieh, 153 Schafe, 793 Schweine und 129 Ziegen registriert. Nach 1945
wurden einige Betriebe einteignet, da ihre Besitzer strenge Verfechter der
Kriegspolitik waren. Den Umsiedlern gab man dieses Land während der
Bodenreform.
1953
am 8.Mai legten drei landwirtschaftliche Betriebe
ihre Felder zusammen. Sie bildeten mit 27,33 ha eine Landwirtschaftliche
Produktionsgenossenschaft (LPG). Ihre Gründer waren
Siegfried Scholz, Linda Scholz
Adalbert Thomas, Ella Thomas
Hugo Thomas, Emma Thomas.
1956
waren es bereits 30 Mitglieder mit 164,20 ha
Nutzfläche.
Heute hat diese LPG Typ III 112 Mitglieder. Die
Genossenschaft verfügt über ein Vermögen von über 2 Millionen Mark (Näheres
siehe Anlage 3)
Am 1. Juli 1958 wurde eine zweite LPG gegründet,
die heute 62 Mitglieder zählt. (Näheres in Anlage 4). In beiden
Genossenschaften hat die Nutzung der Maschinen einen großen Aufschwung
genommen. Die Erträge wurden gewaltig gesteigert.
Die Schule
In der Schule am Eckhardtsleber Weg - heute
Bahnhofstraße Nr. 4 - wurde seit 1864 Unterricht in einem Raum abgehalten. Die
strenge Leitung hatte von 1875 bis 1919 Lehrer Carl August Walther. Er war als
Lehrer geachtet und zugleich gefürchtet. Dieses System, dass in einer Klasse
unterrichtet wurde, hat man erst etwa 1941 abgeschafft. Der große Klassenraum
wurde geteilt.
1937 baute man die Schulscheune zu einem Jugendheim
der Hitlerjugend um. Nach 1945 wurde dieser Raum in einen Klassenraum und
einen Turnraum eingeteilt. Die Klassen waren wie folgt aufgeteilt:
-
1. bis 4. Schuljahr
-
5. bis 6. Schulraum
-
7. und 8. Schuljahr.
Seit 1959 besuchen die Schüler des 7. und 8.
Schuljahres die Schule in Illeben. Sie fahren täglich mit dem Bus. Seit Januar
1965 besteht an unserer Schule ein Schulhort, in dem die Kinder nachmittags
betreut werden. Zur Zeit werden an unserer Schule 51 Kinder von 4 Lehrern
unterrichtet. Seit 1945 besuchen 226 Schüler die hiesige Schule.
Die Lehrer seit 1898 sind nicht genau
festzustellen. Bekannt sind folgende:
1875 - 1919 Carl August Walther
aus Werningshausen
1919 - 1920 Gräfenstein aus
Herbsleben
1920 - 1923 Fritz Jäger aus Zella
1919 - 1935 Paul Tüngerthal aus
Siebleben
1923 - 1924 Walter Brückner aus
Gößnitz
1935 - 1942 Kurt Tötzel
1942 - 1943 Hunstock
1943 - 1945 Bernhard
Seit 1945 waren viele Lehrer nur kurze Zeit in
Aschara tätig. Ihre Namen:
Rohde, Schmidt, Luka, Tüngetal, Hoge, Clarine,
Meinecke, Hellmuth, Bohn, Soegl, Charwinski, Siegmund, Ulrich, Zimmermann,
Rurainsky.
1954 - 1964 Wilhelm Ostertag als
Schulleiter aus Ruhla
1959 - 1964 Johanna Heß aus Aschara
1956 - jetzt Jürgen Kratz aus Bad
Langensalza
1960 - 15.6.1965 Monika Kraushaar
1962 - Jetzt Hannelore Heiduck
aus Bad Langensalza
1964 - jetzt Oshild Wollenhaupt
aus Eisenach
1964 - jetzt Erwin Wollenhaupt
aus Behringen als Schulleiter
1965 nur 3 Monate als Vertretung Giesela
Jermolinsky aus Bad Langensalza
1965 ab 1.,5. Lucia Baumbach als Hortnerin.
Die Lehrer haben nicht nur die Aufgabe zu lehren
und zu erziehen. Sie müssen außerdem noch viele andere Aufgaben im Ort
erledigen. Sie unterstehen jedoch dem Kreis-Schulrat in Bad Langensalza. In
den letzten Jahren waren mehrere Lehrerinnen tätig.
Es ist zu erwähnen, dass seit 1946 die Prügelstrafe
abgeschafft ist.
Ordnung und Disziplin der Schüler lassen zu
wünschen übrig.
Verschiedene Nachrichten
1. Unwetter
1908
Am 27. Juni und 2. Juli gingen zwei schwere
Gewitter über Aschara nieder. Das zweite war von Starkem Hagel begleitet. Es
zerstörte viel des wachsenden Getreides und führte im Unterdorf zu einer
Überschwemmung.
1919
Am 29. April warf eine Windhose die Windmühle um,
deckte das Dach der nebenstehenden Scheune ab, warf die Gellhaarsche Scheune
um und zerstörte etwa 60 Bäume. Die Windmühle wurde wieder aufgebaut. Bei
einer späteren Reparatur wurden die Flügel abgenommen, da keine Mittel zum
Erhalt vorhanden waren.
2. Brände
1902
brannte das Gemeindhaus ab. Es brannten die
Nebengebäude mit nieder. Zwei Kinder wurden Opfer der Flammen.
1913
brannten die Nebengebäude im Grundstück Seeber ab.
Es lag Brandstiftung vor.
Im I. Weltkrieg brannte die Scheune Werner nieder.
1928
vernichteten die Flammen Stall und Scheune bei
Barthelmann.
1962
brannte die Scheune von Karl Haßert nieder. Es lag
Kinderbrandstiftung vor.
3. Tödliche Unfälle
1960
verunglückte Karl Neu, als er an der Schrotmühle
arbeitete.
????
ein Traktorist aus Ballstedt verunglückte an einem
Traktor.
4. Baumaßnahmen
1898
bis jetzt wurden in Aschara 38 neue Häuser gebaut.
1908
Molkerei
1945
Schlosserei von Willi Artes
1952
Schmiede von Udo Baumbach
1934 - 1935
Bau der Hauptstraße, Legen der Kanalisation sowie
eines Fußweges zu beiden Seiten der Straße
1935
Beginn des Wohnungsbaus in der Neuen Straße im
Norden des Ortes
1914
Elektrifizierung des Ortes
um 1920
Bau der Straßenbeleuchtung
1961
Kindergarten wird für 38 Plätze erweitert
1953 - 1965
die LPG bauen mehrere Gebäude im Westen des Ortes
an der Wiegleber Straße, u. a. eine Gärtnerei
1961 - 1962
Bau einer Wasserleitung im Oberdorf bis zur Kirche
5. Sozialwesen
1921 - 1957
war Frau Hilde Kallenbach Hebamme. Sie betreute
auch die Orte Eckhardtsleben, Wiegleben und Grummbach. Sie gab Hilfe und
Unterstützung bei etwa 1.640 Geburten.
1957
wurde eine Gemeindschwesterstation eingerichtet.
Nach der Gemeindeschwester Hildegard Vogel ist jetzt Schwester Mararete Weiß
tätig.
1963
wurde eine wöchentliche Sprechstunde eines Arztes
eingeführt.
Die Dorfbücherei verfügt über etwa 420 Bücher. 90
Leser leihen regelmäßig Bücher aus.
Monatlich fahren 26 Einwohner des Ortes nach Gotha
ins Theater. Jährlich in den Sommerferien (Juli - August) führt die Schule
Ferienspiele durch. Alle Schulkinder nehmen teil, sie wandern, singen, spielen
und erholen sich somit.
1920
wurde ein Sportverein gegründet, der vorwiegend
Fußball spielte. Zur Zeit besteht noch eine Fußballmannschaft. Seit 1963
besteht ein Sportplatz auf dem Weinberg.
6. Der Lebensstandard
Ist als gut zu bezeichnen. Besonders durch die
schnelle Entwicklung der Industrie fanden viele Ascharaer Arbeit in Gotha und
Bad Langensalza. Drei Konsumverkaufsstellen versorgen die Bürger mit
Lebensmitteln und Gebrauchsgütern. Eine Gaststätte besteht im Ort. Es ist die
Gaststätte "Zum Anker" an der Ecke Hauptstraße - Bahnhofstraße. Wirt ist Heinz
Hornschuh.
Die Bäckerei in der Unteren Schwemme wird von Heinz
Möller geführt. 1964 hat die Gemeinde eine Müllabfuhr eingerichtet. Das
Dienstleistungskombinat Bad Langensalza holt regelmäßig Wäsche zum Waschen,
Schuhe und elektrische Geräte zu Reparaturen ab.
Der hohe Stand des Lebens zeigt sich an den
zahlreichen technischen Geräten im Haushalt und den Fahrzeugen, die im Ort
gehalten werden. Im Oktober 1964 gab es im Ort 101 Fernseher, 16 Autos und 94
Motorräder und Mopeds.
Der Durchschnittsverdienst eines jeden ist gut. Die
Preise sind seit Jahren sehr stabil.
Genussmittel sind noch etwas teuer. Als Währung haben
wir die "Mark der Deutschen Notenbank", abgekürzt MDN, die seit dem 1. August
1964 im Kurs ist. Es werden Münzen aus einer Leichtmetall-Legierung geprägt.
Weiterhin gibt es Papiergeld mit eingearbeitetem Wasserzeichen. 1 Mark sind 10
Groschen oder 100 Pfennig. Münzen sind 2 Mark, 1 Mark, 50 Pfennig, 10 Pfennig, 5
Pfennig und 1 Pfennig. Papiergeld gibt es 100 M, 50 M, 20 M, 10 M und 5
M-Scheine.
Nach 1945 erfolgt eine Trennung zwischen Kirche und
Staat. Beide Glieder leben friedlich nebeneinander. Bei der Ausarbeitung dieser
Aufzeichnungen haben wir gut zusammengewirkt.
Brüder, auf, die Welt befreien!
Kometen winken, die Stund ist groß.
Alle Gewebe der Tyranneien
Haut entzwei und reißt euch los!
Hinan - Vorwärts - Hinan!
Und das Werk, es werde getan!
Goethe
Mit diesen Worten des Dichters Goethe grüßen wir die
Generationen, die nach uns leben werden. Möge diese Schrift Erinnerung und
zugleich Verantwortung sein im Kampf um ein geeintes und friedliches
Deutschland.
Aschara, den 12. Mai 1965
Erwin Wollenhaupt
Schulleiter
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