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Berichte aus der Tageszeitung

Thüringer Allgemeine vom 29.09.2007

Inuma: Tausendmal Pflanzenschutz

ASCHARA. Die 1000. Spritze wurde gestern bei der Inuma-Fahrzeugservice übergeben. Die Belegschaft feierte, das Management blickte auf die Geschichte zurück und ist guter Dinge fürdie Zukunft. 1991 wurde die Inuma, was für Instandhaltung und Maschinen steht, gegründet. Gestern wurde beim "Spezialisten für Pflanzenschutztechnik" die 1000. Spritze übergeben, an die Agrargenossen- schaft in Abtsbessingen. Dass es nicht wieder 16 Jahre dauern soll, bis die 2000. Maschine in der Halle steht, das stand für die beiden Geschäftsführer, Matthes Lauenstein und Klaus Kliem, fest.
Hinter dem Optimismus stehen Zahlen: Im vorigen Jahr wurden 70 Spritzen verkauft, in diesem Jahr wird voraussichtlich die 100er-Marke geknackt, und für 2008 stehen 125 Spritzen als Planziel. Zwischen 30 000 und 100 000 Euro reicht die Spanne beim Verkaufspreis. Neben Ostdeutschland sind vor allem die Länder Osteuropas mit ihren großen und zusammenhängenden Flächen ein Markt für das Ascharaer Unternehmen. Mit der großen Baureihe, der "Marathon", ist man nicht umsonst Marktführer in Deutschland. Mit dieser Spritze kann auf einer Breite von 36 Meter gearbeitet werden, 9000 bis 14 000 Liter fasst dabei der Tank für den Pflanzenschutz.
Fünf bis zehn neue Leute könnten im nächsten Jahr einen festen Arbeitsvertrag bekommen, kündigte Lauenstein an. Zurückgreifen will das Management dabei auf Kollegen, die derzeit über eine Zeitarbeitsfirma angestellt sind. 68 Leute stehen mit Stand von gestern auf der Lohnliste, dazu kommen 13 Lehrlinge. Begonnen wurde 1991 mit 43 Beschäftigten, die, umgerechnet, 1,6 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten. Voriges Jahr wurden bei dieser Position 6,4 Millionen Euro verbucht.
Ausdrücklich bedankte sich Lauenstein, der den Erfolg selbst "nur auf einem kleinen Stück" begleitet hat, bei den Mitarbeitern. Vor allem bei denen, die von Anfang an dem Unternehmen die Treue gehalten haben. Auf sie baut er auch, was den Erfolg in der Zukunft anbelangt. Matthias SCHENKE

Thüringer Allgemeine vom 31.03.2007

Großartiges für die eigene Zukunft geleistet

ASCHARA. Elf Schüler von der Regelschule Aschara hatten sich an der gemeinsamen Aktion "Leistung lohnt" der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt und der "Thüringer Allgemeine" beteiligt. Die besten von ihnen wurden gestern ausgezeichnet. Sie sind jung, sie haben Pläne und sie sind aufgewacht. Haben diese Lethargie, die in Faulheit endete, verlassen. Denn sie haben begriffen, dass nur sie allein das gestalten können, was auf sie kommt: ihre Zukunft. Teilweise um mehr als eine ganze Note haben sich Schüler der Regelschule Aschara seit September vergangenen Jahres verbessert. Sie hatten einen Durchschnitt, der schlechter als 3,5 war. Und nun bewegen sie sich im Zweierbereich - angespornt durch die Aktion "Leistung lohnt". Ihre Auszeichnungen erhielten Eva-Maria Steinau, Isabell Gläßner, Jaqueline Weneburg, Christian Braunschweig und Stefan Gutsche gestern von IHK-Vertreterin Birgit Streich. Diese Zertifikate können sie den Bewerbungen beilegen - schließlich verbessert dies den Eindruck der potenziellen Chefs über den Bewerber. Obwohl die Aktion vorbei ist, wollen die Jugendlichen weiter an ihrem Durchschnitt arbeiten und noch leistungsstärker werden. Anja DEROWSKI

Thüringer Allgemeine vom 21.02.2007

Arbeiten am Wir-Gefühl


BAD LANGENSALZA. Eine neue Leiterin hat seit wenigen Tagen die Friederikentherme in Bad Langensalza. Sandra Haun wechselte aus der Touristinformation in die Wellness- und Freizeiteinrichtung.Was Touristen wünschen, hat Sandra Haun von der Pieke auf gelernt. Die gebürtige Ascharaerin, die zunächst bei der Stadtverwaltung lernte, war über Jahre hinweg in der Touristinformation Ansprechpartnerin für die Gäste der Stadt.
Als das Angebot kam, die Therme zu leiten, zögerte die Betriebswirtin nicht lange. Inzwischen hat sie ihr neues Büro mit Blick auf das Außenbecken der Therme bezogen. Das entspannende Umfeld täuscht aber über eines nicht hinweg: Vor Sandra Haun liegen große Aufgaben. Denn die Tourismuslandschaft hat sich deutlich gewandelt. Die Ansprüche der Gäste steigen - und daran müssen die Angebote der Therme angepasst werden. Ein erster Schritt ist unter Kurdirektorin Dr. Bettina Aschenbrenner und Wolfgang K. Lutz, Geschäftsführer der Kurgesellschaft, bereits erfolgt. Nun soll Sandra Haun das Begonnene vorantreiben. Dazu gehören innerbetriebliche Veränderungen ebenso wie neue, auf die Gästewünsche abgestimmte Angebote.

Sandra Haun ist dabei vor allem eines wichtig: Sie will nicht im Alleingang Entscheidungen treffen, sondern gemeinsam mit den Thermenmitarbeitern ein "Wir-Gefühl" entwickeln, das bisher noch nicht besonders ausgeprägt gewesen sei. Für den Gast dürfe nicht erkennbar sein, dass es mehrere Abteilungen in der Therme gebe. Vielmehr müssen sich Einrichtung und Belegschaft als Ganzes präsentieren - mit einem Ziel: dem Wohl der Gäste. Die neue Chefin an Bord zweifelt nicht, dass das bald gelingt.

Thüringer Allgemeine vom 25.01.2007

Fette Zeilen für Jugendliche



Aschara (bm). Selbstständig machten sich vor wenigen Wochen sieben Jugendliche der Regelschule Aschara. Sie leiten die Schülerfirma Crazy Print SGmbH, die bald eine Zeitung herausgeben will. Stark gestiegen ist in den vergangenen Jahren die Anzahl der Schülerfirmen. Die Unternehmen werden von Jugendlichen gegründet, funktionieren wie richtige Betriebe, erwirtschaften aber keinen Gewinn. Sinn der Schülerfirmen ist, dass die Jugendlichen in der Praxis ausprobieren, was sie im "Wirtschaft und Recht"-Unterricht gelernt haben. Wer nicht aufpasst, geht pleite. Wer sich reinkniet, hat Erfolg.Erfolg wollen natürlich auch die sieben Jugendlichen aus Aschara haben. Unterstützt wurden sie bei der Gründung von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Drei Jahre lang, so das Konzept, soll die Firma mindestens bestehen. Für die Schüler bedeutet das, schon jetzt nach Nachwuchs zu suchen. Denn bereits im kommenden Schuljahr steht ein Generationswechsel an.
Auf Mitarbeiterwerbung sind sie bereits gegangen. Aber es gab auch eine große Umfrage. "Wie soll die Schülerzeitung heißen?", wollten sie herausfinden. Etliche Vorschläge gingen ein, wurden aber auch wieder verworfen. Nun steht fest: Die "Fette Zeile" soll alle zwei Monate erscheinen. An der Premierenausgabe wird derzeit gearbeitet. Spaß-Themen wie Horoskope, Rätsel und Comics sollen sich ebenso wiederfinden wie Dinge, die in der Schülerschaft diskutiert werden. Auch Konflikten wollen die Jungredakteure nicht aus dem Weg gehen. So thematisieren sie den Projekttag der Regelschule, der in Lützensömmern stattfinden soll. Davon sind nicht alle Schüler begeistert. Die Redakteure wollen nun Werbung machen für diesen Ausflug, den sie selber richtig gut finden.

Beim Erarbeiten der ersten "Fetten Zeile" merkten die sieben Schüler und ihre Betreuerin Heidi Ludewig allerdings, dass sie - wie jeder Firmengründer - doch ein wenig Hilfe brauchen. Wo finde ich Themen für die Zeitung? Was ist bei der Seitengestaltung zu beachten? Welche journalistischen Kniffe darf man anwenden, um an Informationen zu gelangen? Diese Fragen stellten die Jugendlichen gestern Nachmittag in der Lokalredaktion der "Thüringer Allgemeine" in Bad Langensalza. Bis zur Erstausgabe der "Fetten Zeile" werden sie noch weitere fachliche Hilfe bekommen. Das Zeitungmachen wollen sie aber ganz alleine lernen - durch Ausprobieren. Ein Firmenzimmer haben sie in ihrer Schule schon eingerichtet. Nun wird Technik angeschafft. Denn die Firma will mehr als nur Zeitungen füllen. Auch Jahrbücher, Visitenkarten und Handzettel sollen entstehen. Profitieren könnten davon auch die Partnerunternehmen, die die Regelschule bereits seit Jahren unterstützen.


Thüringer Allgemeine vom 08.11.2006

Leistung lohnt: Vorsprung durch Praktikum

ASCHARA. "Leistung lohnt". An diesem Wettbewerb von "Thüringer Allgemeine" und Industrie- und Handelskammer haben sich elf junge Damen und Herren der Regelschule Aschara beteiligt. Unter ihnen Daniel Kettner, der einen i-Pod-shuffle gewann. Ob Daniel Kettner (Foto) Erfolg im Wettbewerb "Leistung lohnt" hat, das steht noch nicht fest. Glück hatte der 16-Jährige aber schon: 20 originale i-Pod-shuffle wurden verlost, einen gewann Daniel. Der junge Mann, der gern am Computer sitzt, freute sich gestern bei der Preisübergabe. Lassen sich doch auf das Gerät 12 Stunden Musik oder 240 Lieder überspielen."Oder englische Texte zum Lernen", ergänzte Schulleiterin Karin Giese - und war da wieder beim Thema Leistung. Daniel nimmt nicht von ungefähr am Wettbewerb teil. Ein Durchschnitt in den Hauptfächern von bisher 3,8 und der Berufswunsch Kfz-Mechatroniker, das passt nicht zusammen. Das machten IHK-Regionalchefin Birgit Streich und Ausbildungsleiter Dietrich Hertam deutlich. Bessere Noten, das bedeute bessere Chancen, was Daniel freilich nicht neu war. Sein Ziel ist, den Durchschnitt bis zum Halbjahreszeugnis auf mindestens 3,4 zu verbessern - und er möchte zu den 30 Schülern gehören, die den größten Sprung nach vorn machen. Die werden nämlich vom Erfurter IHK-Chef, Gerald Grusser, in Obhut bei der Ausbildungsplatz-Suche genommen. Dass der 16-Jährige Reserven hat, das räumte er gestern frank und frei ein. "Ich bin einfach zu faul." In einem anderen Punkt hat Daniel einen Vorsprung: Er hat in seinem Wohnort Wiegleben bereits in einer Kfz-Werkstatt ein Praktikum absolviert - und von Firmenchef Enrico Werner viel Lob bekommen. In der achten Klasse, im "Probelauf" arbeitete der Schüler bei der Inuma-Fahrzeugtechnik. Dass man mit guten Leistungen im Praktikum schlechte Noten relativieren kann, bestätigte Hertam. Aber: "Zur Lehre gehört auch immer die Theorie." Der Ausbildungsleiter empfahl aus Erfahrung, sich nicht nur auf einen Beruf zu versteifen. Auch hier gebe es Hilfe von der Industrie- und Handelskammer.Dass die Schule Daniel und alle anderen beim Thema Ausbildung nicht hängen lasse, versicherte Frau Giese. Von einer sehr engagierten Beratungslehrerin, von Dagmar Tirsch, berichtete die Schulleiterin, ebenso von der guten Zusammenarbeit mit Industrie und Landwirtschaft in der Region, vor allem mit der Adib-Firmengruppe. Wie wichtig man die Sache an der Schule nimmt, das beweisen auch Zahlen. Elf junge Damen und Herren beteiligen sich an "Leistung lohnt". Im ganzen Unstrut-Hainich-Kreis sind es 95 an 15 Schulen.

Thüringer Allgemeine vom 12.09.2005

Gewerbefest in Aschara mit 58 Ausstellern

RUNDGANG: Geschäftsführer Jürgen Werner berichtete auf der Ascharaer Gewerbeschau über sein Unternehmen, das Baugeschäft Heinz Werner. TA-Foto: M. SCHENKE

ASCHARA. Rekorde vermeldet das Gewerbefest in Aschara. Zur elften Auflage am Wochenende waren 58 Aussteller gekommen. So viele wie noch nie. Zudem sponserten 17 Firmen aus der Region die Messe. Totgesagte leben einfach länger. Das gilt auch für das Ascharaer Gewerbefest. Das sagte zur Eröffnung der einzigen derartigen Messe in der Region Dr. Karl-Heinz Bodenstein von der das Fest organisierenden Arbeitsgemeinschaft. Mit 58 Austellern wurde eine neue Bestmarke gesetzt. Zudem unterstützten 17 Firmen die Messe. Willkommen waren zum ersten Mal auch Unternehmen, die nicht aus dem Bad Langensalzaer Süden und aus Tonna kommen. Neu dabei war beispielsweise der Nägelstedter Knut Seifert mit seiner Firma für Heizung und Sanitär. Platzhalter in diesem Gewerk war bisher die Harthauß GmbH aus Burgtonna. Wegen vieler Aufträge habe man aber in diesem Jahr keine Zeit gefunden, auf der Messe auszustellen, bedauerte Geschäftsführer Heiko Zinn. Den Platz habe er Seifert gern überlassen, und er hätte nichts einzuwenden, wenn der auch im nächsten Jahr wiederkäme. Überhaupt: Nur gemeinsam könnten die kleinen Firmen aus der Region den großen Paroli bieten, warb Zinn grundsätzlich für mehr Zusammenarbeit.Zusammen arbeiten auch seit mehreren Jahren das Baugeschäft Heinz Werner und die Firma Krause-Service aus Aschara, die an einem Gemeinschaftsstand ausstellten. Nichts Neues konnte Jürgen Werner vom Baugeschäft berichten, wie in den vergangenen sieben Jahren. Nichts Neues, das ist bemerkenswert. Denn es bedeutet beim Baugeschäft in der von Krisen in Mitleidenschaft gezogenen Branche, dass man nach wie vor 70 Beschäftigte hat - und für die genügend Arbeit. Bei Werner bis Anfang 2006. "Wir schaffen Neues", so hatte die Firma in diesem Jahr ihren Messestand überschrieben. Neues, das sind beispielsweise die Wohngebiete am Rosengarten und an der Ostsiedlung in Bad Langensalza, der Busbahnhof in Gräfentonna und die Bad Langensalzaer Umgehungsstraße. Hoffnung mache zudem die Submission für den neuen Magnoliengarten in der Kurstadt, schilderte Jürgen Werner. Traditionen werden aber auch gepflegt, und das ist bei Werner der Abriss. Kasernen in Kassel und Dortmund, das Sportgymnasium in Oberhof und Häuser in der Gothaer Altstadt zählte Bauleiter Ralf Werner auf. Hauptsächlich in Thüringen sucht die Firma ihre Aufträge, höchstens einmal im Jahr, zur Abwechslung, im Westen. Über den Winter werden die Leute nicht entlassen. "Aus moralischer Verpflichtung", sagte Jürgen Werner. Ein großer Teil sei seit 15 Jahren mit im Boot. Auf der anderen Seite stärke man bei den Mitarbeitern so die Motivation. "Die meisten sehen das so, einige allerdings muss man daran gelegentlich erinnern", berichtete Karsten Werner von seinen Erfahrungen als Chef.Bei vielen Aufträgen arbeitet die Firma Krause-Service als Subunternehmer für Werners. In guter Partnerschaft, sagte Marko Krause. Kleinere Sachen werden vom Sub erledigt, beispielweise Pflasterarbeiten. Von "Eckenkackern" sprach Krause, drückte das aber etwas derber aus. Auch wenn es beim Service-Unternehmen schon bessere Zeiten mit neun Beschäftigten gegeben habe, wollte er über die Lage nicht klagen. Sechs Leute gehören zur Firma, seit kurzem ein über 55-Jähriger. Nicht nur wegen der besonderen Förderung sei der eingestellt worden - ein Mann mit Erfahrung mache sich auf Baustellen ganz gut.Gut laufen nach der Umstrukturierung wieder die Geschäfte bei der Inuma Aschara, ein Unternehmen der Adib-Firmengruppe. Werkleiter Rainer Simon erläuterte den Besuchern den neuesten Auftrag: Ein 3-Seiten-Kippanhänger für die Gothaer Firma Schmitz. 150 bis 200 Stück will die Inuma im Jahr produzieren. Komplett, einzige Ausnahme: die Reifen. 500 000 Euro wurden investiert und die Mitarbeiter intensiv auf die neue Aufgabe vorbereitet. 20 Prozent der Aufträge machen die neuen Hänger aus. Schwerpunkt mit 80 Prozent bleibt aber die Technik für den Pflanzenschutz, schilderte Simon. Matthias SCHENKE

Thüringer Allgemeine vom 18.08.2005

Neues Konzept und weniger Routine

Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Auch beim Gewerbefest in Aschara. Zum ersten Mal öffnen sich die Veranstalter in diesem Jahr auch Ausstellern, die nicht aus Bad Langensalzas Südgemeinden und Tonna kommen. Die elfte Auflage der Leistungsschau findet wieder am zweiten Septemberwochenende, also vom 9. bis 11., im Gewerbegebiet statt.

ASCHARA. Dass sich nach zehn Jahren eine gewisse Routine einschleicht, diese Erfahrung haben auch die Organisatoren der Gewerbeschau in Aschara gemacht. Ernsthaft habe man im vorigen Jahr überlegt, eine Pause einzulegen und die Veranstaltung nur noch alle zwei Jahre anzubieten. Das sagten Jürgen Werner und Jane Croll, bei denen die Fäden der Vorbereitung zusammenlaufen. Ganz vom Tisch sei die Idee noch nicht. In diesem Jahr werde sie allerdings noch nicht verwirklicht: Vom 9. bis zum 11. September wird wieder ins Gewerbegebiet eingeladen.Neu ist das Konzept. Nicht mehr ausschließlich Firmen aus Bad Langensalzas Süden und dem benachbarten Tonna haben das Vorrecht der Präsentation. Offen sind die Veranstalter auch für andere Firmen aus der Umgebung, die sich und ihre Erzeugnisse vorstellen wollen. Das habe auch damit zu tun, dass einige Stammgäste unter den Firmen in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen nicht kommen können, begründete Werner. In seinem Baugeschäft (Tel. 03603/82 470) könnten interessierte Gewerbetreibende Einzelheiten zu den Modalitäten erfahren. Dass Aschara eine gute Adresse ist, das belegten Werner und Croll mit Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. In dieser Form ist es die einzige Messe in der Region, die überlebt hat. Die Gäste haben freien Eintritt. Ausschließlich die Aussteller finanzieren die rund 10 000 Euro teure Ausstellung. Beim Programm wird darauf Wert gelegt, dass alle Altersgruppen sich wohl fühlen. Unter anderem Disko, Volksmusik, Tanzabend und jede Menge Belustigungen für die Kinder zählte Frau Croll für dieses Jahr auf. Für Händler und Unternehmer sei es eine gute Gelegenheit, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. Daraus entwickelten sich dann die Geschäfte. Manchmal direkt auf der Messe, öfter aber erst im Nachhinein. Matthias SCHENKE

Thüringer Allgemeine vom 17.08.2005

Von der Spinnerei bis zum Konzept

Ascharaer Dorfverein lockte Gäste aus nah und fern zu seinem Sommerfest

Egal ob unterm Pavillon, dem Schirm oder der wasserdichten Jacke: Der Regen konnte am Sonntagnachmittag in Aschara keinen vom Schunkeln und Mitklatschen abhaltem.

ASCHARA. (ak). Erstmals hatte der Dorfverein "Am Weißbach" zum Sommerfest auf die idyllische, von hohen Bä

men gesäumte Festwiese neben dem Bürgerhaus eingeladen. Jede Menge Platz für die Freilichtbühne, Tische und Bänke zum gemühtlichen Beisammensein gab es. Der war auch nötig, brachten doch neben "Dick und Durstig" aus Behringen die "Originellen Kastelruther Spatzen" aus Hohenebra das Publikum in Stimmung. Obwohl der Saal als Unterschlupf bei schlechtem Wetter zur Verfügung stand, hielten die Organisatoren bis zuletzt an der Open-Air-Variante fest - die richtige Entscheidung, wie Vereinsmittglied Volkmar Winter zufrieden feststellte. "Und das, obwohl wir Laien auf dem Gebiet einer solchen Veranstaltung waren."

Zwar wurde bereits in den Vorjahren jeden Sommer ein Fest auf die Beine gestellt, die Feiern blieben aber eher dorfintern. erstmalig wurde nun die Werbetrommel auch überregional gerührt. Entstanden sei die Idee Anfang des Jahres bei einer Bierrunde. Es folgten regelmäßige Treffen in Arbeitsgruppen. Stück für Stück wurde aus der anfänglichen "Spinnerei" ein solides Konzert. "Das funktioniert aber nur, weil hinter uns 10 Aktiven eine ganze Reihe von Helfern standen", sagte Gertraude Winter, eine der Hauptorganisatorinnen. So kümmerte sich der Feuerwehrverein um Sicherheit und ausreichend Parkplätze. Die Kirmesgesellschaft übernahm den Kartenverkauf. Hinzu kam die Unterstützung des Gewerbevereins, ortsansässiger Firmen und ein finanzieller Zuschuss der Stadt Bad Langensalza. Nicht zuletzt sorgten regionale Unternehmen dafür, dass vom Kuchen bis zur Tontechnik kein Wunsch offen blieb. Gerüstet mit soviel organisatorischen Talent, sehen die Aktiven des Ortsvereins bereits dem nächsten Höhepunkt entgegen: dem Gewerbefest am zweiten Septemberwochenende.

Thüringer Allgemeine vom 10.08.2005

Chance für junge Leute

ASCHARA. Seit elf Jahren gehört das Ausbilden künftiger Versicherungskaufleute im Finanz- und Versicherungskontor von Ingo Winterberg zum Alltag. Mit Blick auf die komplizierte Lehrstellensituation gab er in diesem Jahr gar zwei Lehrlingen eine Chance. Derzeit sind von seinen zehn Mitarbeitern vier "Azubis". In der Nähe von Bad Langensalzas Marktkirche und in Jena unterhält er seine Büros. Dort sind Klienten willkommen, die auf der Suche nach einer Baufinanzierung, nach der maßgeschneiderten Versicherung für sich oder ihr Geschäft sind oder aber ihr Erspartes sinnvoll anlegen wollen. Um die 3000 Kunden werden alles in allem betreut. Vor allem von jungen Leuten. "Weil ich eine politische Verantwortung hab, ist meine Maxime, jungen Leuten eine Chance zu geben", sagt Winterberg mit Blick auf ihre Ausbildung.Eine solche Chance gab´s dereinst auch für den jungen Geologen. Mit der DDR war auch ihr Bergbau zusammengebrochen. "Irgendwas muss man ja machen und Geld verdienen", blickt er zurück. Damals hatte er sich neu orientiert, seinen Abschluss zunächst als Versicherungskaufmann, dann als Finanzkaufmann gemacht. Vor 15 Jahren hatte er seine Firma gegründet, agierte als ihr einziger Mitarbeiter aus seinem Wohnzimmer-Büro. Heute läuft das Geschäft in zwei Büros. Das in Jena übrigens wird geleitet von einem einstigen Lehrling. Zehn Mitarbeiter, darunter vier Auszubildende, kümmern um die Kunden.

"AZUBI"-NEST: Firmenchef und Lehrherr Ingo Winterberg mit seinen

Lehrlingen Florian Hoffmann (l.), Diana Lifferth und Rebecca Treyse.
"Ich lege großen Wert darauf, dass man diesen Beruf erlernt", sagt Ingo Winterberg. "Wenn auch der Verbraucher drauf achtet, bei Gelernten abzuschließen, gäbe es weniger Unzufriedenheit mit der gesamten Branche." Von den Bewerbern erwartet er das Abitur. Sie lernen bei ihm Versicherungsbedingungen und abstraktes Denken, machen dabei einen Abstecher ins Versicherungsvertragsgesetz und ins Bürgerliche Gesetzbuch. Sie verfolgen mit, wie an Ort und Stelle Schäden reguliert werden. Erhalten dabei ein Gefühl für Preise. Sie erleben, wie Verträge abgeschlossen werden, von der Aufnahme aller Fakten bis zur Ausfertigung der Police. Und sie lernen, was eine Aktie vom fest verzinslichen Wertpapier unterscheidet.

Im Berufsverband der Versicherungskaufleute engagiert sich Winterberg für die Gestaltung der Ausbildungsrichtlinien. Seine Vision ist, dass sein Beruf "eines Tages wie in Frankreich gleichgestellt wird dem des Anwalts oder des Notars." Habe einer ein Versicherungsproblem, müsse er zum Fachmann gehen. "Das vertrete ich gegenüber meinen Kunden. Dann muss ich aber auch ausbilden", sagt ihm die eigene Logik.

Freilich gehöre schon Idealismus dazu, sagt er. Doch: "Um so mehr Leute sich für eine solche Ausbildungsstelle entscheiden, um so mehr Stellen muss es geben." Und vielleicht empfinden seine Lehrlinge eines Tages wie er, der von sich sagt: "Ich bin mit Leib und Blut Versicherungskaufmann, sonst würde ich nicht täglich zwölf Stunden hier arbeiten."

Monika ZOLLVER

Thüringer Allgemeine vom 17.08.2005

Zu kurzfristige Einladung

ASCHARA (ske). Dass man am Kindergarten "Zum Wasserfloh" jetzt sicher aus dem Auto ein- und aussteigen kann, darüber freut sich auch der Ortschaftsrat. Für den bedauert Ingo Winterberg, dass keiner von diesem Gremium zur Eröffnung des Parkplatzes kommen konnte. Urlaub, Arbeit und die zu kurzfristige Einladung führte Winterberg als Gründe an. Er erinnerte aber daran, dass gerade der Ortschaftsrat das Vorhaben unterstützt habe. So sei von dort in einer eigens einberufenen Sitzung der Vorschlag gekommen, das Schicksal der Bäume am Kindergarten von einem Gutachten abhängig zu machen. Proteste der Ascharaer waren vorausgegangen. Die wollten nicht einsehen, dass die Bäume für den Umbau gefällt werden mussten.

Thüringer Allgemeine vom 04.08.2005

Mehr Sicherheit für kleine Wasserflöhe

Danke: Ascharas Mädchen und Jungen waren gestern guter Dinge, als vor dem Kinder-

garten ein neuer Parkplatz und eine Haltbucht übergeben wurden.

ASCHARA (ske). Einfach war es nicht, geglückt ist es letztlich doch: Der Thepra-Kindergarten "Zum Wasserfloh" hat jetzt drei Parkplätze und eine Haltebucht, in der die Kleinen aus den Autos von Mutti und Vati sicher ein- und aussteigen können. 57 Mädchen und Jungen werden betreut, nicht nur aus Aschara, auch aus Illeben, Eckardtsleben, Henningsleben und Wiegleben. Und die können eben nicht zu Fuß kommen. Gestern wurde das 12 000-Euro-Projekt übergeben, mit einem netten Programm der Steppkes. Eigens für den Tag wurde dafür auch ein Lied komponiert. Der Klassiker vom "Wasserfloh" wurde deshalb freilich nicht vergessen. Dass es nicht einfach war, die Ascharaer zu überzeugen, für den Parkplatz zwei Bäume zu fällen, daran erinnerte Thepra-Geschäftsführer Falko Albrecht. Ein Gutachten habe aber gezeigt, dass die Linde krank gewesen sei. Zwölf neue Bäume werden in Herbst in der Gemarkung gepflanzt, 4500 Euro wird die Thepra dafür ausgeben. Verlassen könnten sich die Ascharaer darauf hundertprozentig. Mit einem Beschluss des Bad Langensalzaer Stadtrats wurden der Organisation im Übrigen jetzt Gebäude und Grundstück übertragen, was bei Projekten wie dem Parkplatz oder dem geplanten Ausbau eines Teils des Obergeschosses die Behördenwege vereinfache, erläuterte Albrecht. Dass gestern niemand vom Ascharaer Ortschaftsrat zur Einweihung gekommen war, das steckte der Geschäftsführer weg: "Sicher haben die Abgeordneten wichtigere Termine."

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